Eingang zur Höhle
Eingang zur Höhle

In einer rauen und felsigen Wüste lebten zwei Eremiten. Sie hatten zwei Höhlen gefunden, die nahe zusammen lagen, die Eingänge einander zugewandt.

Nach Jahren des Gebets und der Entsagungen, war einer der beiden Einsiedler überzeugt, vollkommen geworden zu sein. Der andere war ebenso fromm, hatte aber auch ein gutes und offenes Herz. Er blieb gerne stehen, um sich mit den seltenen Pilgern zu unterhalten, tröstete und beherbergte die, die den Weg verloren hatten und jene, die auf der Flucht waren.

"Diese Zeit wird der Meditation und Gebet genommen", dachte der erste Einsiedler. Er missbilligte die häufigen, wenn auch kleinen, Mängel des anderen. Um diesem sichtbar zu machen, wie weit er immer noch von der Heiligkeit entfernt war, beschloss er, einen Stein beim Eingang seiner Höhle niederzulegen, immer wenn der andere daran war einen Fehler zu begehen.

Ein paar Monate später türmte sich vor seiner Höhle eine Wand von grauen und abweisenden Steinen.
Und er wurde eingemauert!

Manchmal bauen wir Wände um unser Herz, mit den kleinen Steinen von alltäglichen Ressentiments, des Stolzes, des Schweigens, der noch offenen Fragen und des Schmollens.

Unsere wichtigste Aufgabe ist es, die Bildung von Mauern um unsere Herzen zu verhindern. Und vor allem nicht zu versuchen, "ein zusätzlicher Stein in den Wänden der anderen" zu werden.

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